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Die
alte Kirche
St.Peter:
Die älteste, urkundliche Nachricht über die Existenz einer Pfarrkirche in Ilvesheim steht in einer Lorscher Urkunde und stammt aus dem Jahre 951 . Es ist ziemlich sicher, dass damals schon eine Kirche vorhanden war. Es war vermutlich ein einfacher Bau mit einem romanischen Turm. An die Kirche wurde später ein gotischer Chor angebaut. |
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| Nachdem
die
Schweden 1632 die Ilvesheimer Kirche verwüstet hatten, mussten die Ilvesheimer Katholiken nach Seckenheim zum
Gottesdienst. Die Kirche wurde von den Reformierten notdürftig wieder
aufgebaut und genutzt, bis sie 1689/90 von den Franzosen wieder abgebrannt
wurde. Nur Chor und Turm blieben stehen.
Die Kirche wurde 1707 wieder an die Katholiken zurückgegeben, danach erfolgte eine weitere einfache Wiederherstellung. Trotz vieler Renovierungen blieb die alte Pfarrkirche in einem so schlechten baulichen Zustand, dass sie schließlich 1788 abgerissen wurde. Endlich, nach vielen Jahrzehnten inständigen Bittens um eine neue Kirche, war es dann soweit. |
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Der
Bau der heutigen Kirche St. Peter
: Im zeitigen Frühjahr 1789 wurde mit dem Kirchenbau , nach Plänen von Werkmeister Schoeffer aus Heidelberg begonnen. Nach seinen Plänen blieb der alte Kirchturm stehen. Die Bauern schafften mit ihren Fuhrwerken das Baumaterial heran und stifteten den Bauhandwerkern auch mal eine Brotzeit. Die auswärtigen Bauleute waren beim Kronenwirt (Wirtshaus neben der Kirche) untergebracht. Aber auch Handwerker, Tagelöhner und Knechte, ja die ganze Familie, trugen ihren Teil zum Gelingen des Kirchenneubaus bei. Die Gottesdienste fanden während der Zeit des Kirchenneubaus in der protestantischen Kirche statt. Der Bau ging zügig voran, so dass bereits im Spätjahr 1789 das Richtfest gefeiert werden konnte. Die Kosten des Kirchenneubaus beliefen sich auf 8100 Gulden, also 100 Gulden mehr als geplant. Seit dem Abriss der alten Kirche bis zur Fertigstellung des Rohbaues war gerade ein Jahr vergangen. Das Langhaus ist 30,45 m lang, 12,60 m breit und 8,92 m hoch. Es hat vier Fensterachsen, und der Chor ist aus fünf Seiten eines Zwölfecks gebildet. Das Langhaus hat einfache, rechteckige Seitenportale.
Bis
zur Fertigstellung der Kirche verging noch ein weiteres Jahr. Dann hatten
auch die Maler und Stukkateure ihr Werk vollendet. Die Kirche war jetzt zwar fertiggestellt, aber es fehlte noch die Inneneinrichtung. Deshalb wurde der alte Altar und die beiden Seitenaltäre weiter benutzt. Sie waren aber für die neue Kirche viel zu klein und dazu noch baufällig. Es gab auch keine Kirchenbänke, so dass sich jeder Gottesdienstbesucher einen eigenen Stuhl mitbringen musste, wenn er sitzen wollte. |
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St.Peter Kirche ca.1960
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Die
Inneneinrichtung: Nach eindringlichen Bitten des damaligen Pfarrers Johann Baptist Scharvogel, der das Fehlen von jeglicher Inneneinrichtung in einem Brief an die Churfürstlich-Rheinpfälzische Güterverwaltung im Jahre 1801 bemängelte, wurde mit der vollständigen Inneneinrichtung der Kirche im Februar 1802 begonnen. Die Bauern von Ilvesheim spannten ihre Wagen ein, um in Heidelberg in der Dominikanerkirche die Inneneinrichtung abzuholen. Anfang März konnte Pfarrer Scharvogel mit seiner Gemeinde in der neu eingerichteten Kirche den ersten Gottesdienst halten.
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Der Hauptaltar:
Zu Seiten des Mittelstücks tragen je 3 Säulen mit Kompositkapitellen ein Gebälk. Das Altarbild aus der 1.Hälfte des 19.Jahrhunderts stellt den Auftrag Jesu an den heiligen Petrus dar. Links und rechts stehen die Statuen von Bischöfen, die einen Kelch bzw. ein Buch in ihren Händen halten (beide aus Holz; etwa 1,7 m hoch). In der Bekrönung erkennt man Gottvater und die Taube als Sinnbild für den Heiligen Geist. Rechts und links sieht man Maria und Josef. In den Baldachinnischen seitlich am Tabernakel stehen Figuren der hl. Scholastika und des hl. Franz (Höhe etwa 0,5 m ; um 1770). Der Altar und alle Figuren wurden 1956 neu gefasst.
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Der Seitenaltar vor 1950-beide Seitenaltäre wurden 1956 an die kath. Kirchen in Strittmatt (Kreis Waldshut) abgegeben und Neunkirchen (Mosbach) abgegeben.
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Die Kanzel:
Am Korb sind Glaube, Hoffnung und Liebe dargestellt. Auf der Bekrönung des Schalldeckels befinden sich die vier Evangelisten und Johannes der Täufer. Die Kanzel wurde um 1725 gebaut.
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Der Taufstein:
Achtseitiges Becken (Durchmesser 0,60 m) aus rotem Sandstein mit den Reliefs eines Engels und eines Früchtekorbs. Der Taufstein ist aus dem Jahre 1724. |
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Die Gemälde:
An der Südseite des Langhauses eine Pieta, Öl auf Leinwand, die auf Holz aufgeklebt ist. Das Gemälde ist 1,30 m hoch und 0,95 m breit. Es wurde in der 1. Hälfte des 17.Jh. vermutlich von einem italienischen Künstler gemalt. |
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An der Nordseite ein Bild mit der Verkündung an Maria mit Putten, Öl auf Leinwand, das auf eine Hartfaserplatte aufgezogen ist. Das Bild 0,82 m hoch und 0,61 m breit. Es entstand um 1600.
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Die Kirchenfenster: Die Kirchenfenster wurden 1877 von dem Heidelberger Kunstglaser H.Beiler angefertigt die Originalquittung über 270,- DM befindet sich im Pfarrarchiv in Ilvesheim. Seit der Renovierung sind diese Fenster verschollen.
Der Kreuzweg: 14 Bilder mit den üblichen Stadionen
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Die Orgel:
Die letzte Orgel von 1950, an der u.a. "Edi" Grabinger, Franz Meggle und später dessen Sohn Michael lange Jahre den Organistendienst versahen, wurde im Jahr 2000 durch eine neue Orgel ersetzt. Die Orgelweihe fand am 01.10.2000 statt. |
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Die Glocken:
Vermutlich waren in dem alten Glockenturm zwei Glocken vorhanden, die beim Einsturz des alten Turmes im Jahre 1795 stark beschädigt wurden. Pfarrer Scharvogel schreibt, dass er sie erst von Schutt befreien musste. 1798 wird berichtet, dass nur noch eine Glocke vorhanden ist, die im Dach der Kirche aufgehängt ist. Bis zum Bau des neuen Turmes (1817) war demnach nur eine Glocke vorhanden. 1817 bestellte die kath. Gemeinde beim Glockengießer Speck eine große Glocke von 700 Pfund und eine weitere von 197 Pfund. Für die beiden Glocken musste die Gemeinde 1013 Gulden und 6 Kreuzer aufbringen. Dieser Betrag wurde durch Spendensammlungen in der Gemeinde aufgebracht. Das Glockengeläut von Ilvesheim bestand demnach von 1817 bis 1914 aus drei Glocken, und zwar:
Für die beiden Bronzeglocken, die im 1. Weltkrieg eingeschmolzen wurden, erhielt die kath. Gemeinde 2250 Reichsmark Kriegsanleihe. Im Jahre 1922 schaffte die Gemeinde drei Stahlglocken an, wovon heute noch die beiden größeren im Turm hängen. Bronzeglocken waren damals zu teuer.
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Die Türme:
Der am 5. Dezember 1795 eingestürzte Kirchturm stammte vermutlich noch aus romanischer Zeit. |
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Die Renovierungen Die im 2. Weltkrieg entstandenen schweren Schäden an der Pfarrkirche konnten 1948 wieder beseitigt werden. Im Jahre 1955 erfolgte die Außenrenovierung. Das Gebälk des Dachstuhls wurde ausgebessert, der Kirchenspeicher mit Dielen versehen und das Kirchendach neu gedeckt. Im August 1956 wurde mit der
Innenrenovierung der Kirche begonnen, die weit mehr Zeit beanspruchte als die Außenrenovierung.
Sie war nicht ganz einfach; denn es musste einerseits der barocke Charakter der Kirche erhalten bleiben, andererseits sollte eine Modernisierung der Kirche erreicht werden. Der ganze Kirchenraum wurde hell und freundlich vom Kirchenmaler Eugen Heller (Mannheim) ausgemalt, der die Barockfarbskala sehr fein traf: vom zarten rosaweiß der Wände über die grünblaue Hohlkehle zur grauweißen Decke.
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Die jüngste große Renovierung fand 1990/91 statt. Neben zahlreichen farblichen Veränderungen fällt der neue Zelebrationsaltar auf, der endlich den provisorischen Altartisch ablöst. Hier, sowie am Ambo und um die Fenster herum ranken sich nun goldfarbene Blütenblätter aus Messing. Im Kirchenschiff wurde der alte Kunstmarmorboden durch Sandstein ersetzt und damit auf Drängen des Landesdenkmalamtes dem Chorboden angepasst.
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Die Kirche erhielt eine neue Heizung, an den Seitentüren wurden gegen den Luftzug Glastüren angebracht, die alte enge Sakristei wurde abgerissen und geräumiger sowie mit Toilette ausgestattet wieder aufgebaut. Ein Eisengitter zwischen Eingang und Kirchenschiff erlaubt nun, dass die Kirchentür für Menschen, die die Ruhe einer Kirche suchen, offen bleiben kann. Die Renovierung hat insgesamt ca. 1,2 Mio Mark verschlungen, die zum überwiegenden Teil von der Pfälzer Kirchenschaffnei gezahlt worden waren.
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| Quellen:"200 Jahre kath. Pfarrkirche St.Peter Ilvesheim" | ||
| "Ilvesheim im Wandel der Zeit" |