Eine neue Königin erklingt in St.Peter
Orgelweihe in Ilvesheim / Dr. Michael Kaufmann gibt erstes Orgelkonzert am neuen Instrument
 

 

Von unserer Mitarbeiterin

sei ein wunderbares Geschenk, formulierte Dr. Mehlmann, denn „unser christlicher Glaube drückt sich auch in Klang und Farbe aus". Dass eine Orgelweihe ein Ereignis ist, das nicht von allen Gemeinden gefeiert werden könne, daran erinnerte Festprediger Udo Hildenbrand, Präses des Diözesan­ Cäcilien-Verbandes. Er spannte den Bogen der Bedeutung einer neuen Orgel weit. Vom Werkzeug des Heils, das die Herzen der Menschen aufschließt, bis hin zum Kunstwerk und kulturellen Mittelpunkt einer Gemeinde gingen seine Betrachtungen. Die alte Orgel habe Stimmbruch erlitten, meinte Hildenbrand, doch „jetzt hat Ihre Kirche wieder ihre Stimme bekommen - mit feinen, tragenden und wohlklingenden Tönen". Mozart habe die Orgel als die Königin der Instrumente bezeichnet, erklärte der Festprediger. „Denn das „Orgelwerk bietet gewaltigen Reichtum, der in keinem anderen Instrument erreichbar ist." Die neue Orgel sei auch ein Bild der Kirche, bei der alles einzeln, aber auch zusammen klinge, meinte Hildenbrand. Sie sei „auf Harmonie und zugleich auf Vielfalt ausgelegt", begleite die Gemeinde, sei aber auch ein Soloinstrument. Beide Tugenden wurden an diesem Festtag dann auch kräftig unter Beweis gestellt. Im Gottes dienst erfüllten die Klänge der neuen Orgel, 

zusammen mit den Gesängen des Kirchenchores und der Gottes dienst- besucher, die Kirche. Und beim Orgelkonzert am Abend zeigte sich das Instrument mit all seinem klanglichen Reichtum und seiner harmonischen Fülle.

Dr. Michael Kaufmann, erzbischöflicher Orgelinspektor, der als Berater am Werde­gang der Orgel maßgeblichen Anteil hatte, zauberte auf des „neuen Königin" .Gewaltiges und Sanftes, Überwältigendes und Anrührendes, Zärtliches und Ver- spieltes, aber auch Dissonant- Modernes und leicht Schräges. Mit barocken Stücken von Bach oder Krebs, einer Sonate im zauberhaft leichten Stil der Wiener Klassik von Knecht. Mit modernen Werken wie Regers „Te deum laudamus" oder Rheinbergers „Cantilene F-Dur" und gar Wolfram Grafs „Dissolutiones IV" stellte Dr. Kaufmann die reiche Ton- Palette der neuen Orgel vor und begeisterte damit die vielen Zuhörer, unter ihnen auch wieder Heinrich Vetter, der an diesem Tag sein besonderes Vergnügen am Gelingen seiner „Anstiftung" hatte.

 

 

Regina Weibel

Ilvesheim 1.10.2000. Voll, tief und mächtig, zart oder verspielt: In all diesen Klangfarben ertönte meisterlich die neue Orgel in der Pfarrkir­che St. Peter Ilvesheim: Sie ließ beinahe die Zeiten vergessen, als die alte Orgel vertraut quietschte und sieh hier und da ein leicht schräger Ton ins sonntägliche Lob Gottes einschlich. Vergessen auch die Zeiten von Ab-, Um- und Aufbau, als nur eine kleine Truhenorgel, den kirchenmusikalischen Dienst versah. Nun steht sie da, die neue Orgel, gekrönt vom funkelnden Zimbelstern, vergoldet und schimmernd.

In einer Rekordzeit von nicht einmal drei Jahren gelang es der llvesheimer Pfarrgemeinde, das Geld zu sammeln, die Orgel in Auftrag zu geben und ihre Einweihung zu feiern. Eine Leistung, die, so betonte es Pfarrer Dr. Axel Mehlmann, nicht möglich gewesen wäre ohne Ilvesheims Ehrenbürger Heinrich Vetter, der mit seiner großzügigen Spende von 100 000 Mark die                Sammelaktion „anstiftete". Und so nahm es nicht Wunder, dass der Ehrenbürger Gast der festlichen Weihe war. Die neue Orgel, die von Ehrendomherr Erich Rappenecker feierlich geweiht wurde,

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Mannheimer Morgen 4.10.2000
 

 

 

27 Register und fast 1600 Pfeifen

Ilvesheim. Am 16. Juli 1950 feierte die Gemeinde St. Peter schon einmal Orgelweihe. Damals war aus Resten der vorhandenen Voit-Orgel und Neuteilen eine neue alte Orgel zum Preis von rund 12 000 Mark entstanden, mit zwei Manualen, 18 klingenden Regis­tern und 1220 Pfeifen.

Das neue Instrument stammt aus der Werkstatt des Walldürner Orgelbauers Joachim Popp, hat zwei Manuale, fast 1600 Pfeifen, 27 klingende Register und zwei barocke Nebenregister: „Petruelis stella" (Zimbelstern) und „Noli me tangere" (das Teufelsgeheul). Bauzeit: eineinhalb Jahre. Die Kosten für die Neuanschaffung belaufen sich, zusammen mit begleitenden baulichen Maßnahmen, auf gut 500000   Mark                                                                                                    wei

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Mannheimer Morgen 4.10.2000